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Dr. Dietmar Klein ist neuer Vorsitzender des Vorstandes, einem der beiden Selbstverwaltungsorgane der BGHM. Er vertritt die Gruppe der Arbeitgeber und wechselt sich mit dem Arbeitnehmervertreter Bernhard Wagner jährlich im Vorsitz ab. Warum der 62-Jährige dieses Ehrenamt übernommen hat und was er in dieser Funktion erreichen möchte, skizziert er im Interview.
Herr Dr. Klein, nach dem unerwarteten Tod Ihres Vorgängers Prof. Dr. Eckhard Kreßel wurden Sie zum Vorstandsvorsitzenden für die Gruppe der Arbeitgeber gewählt. Über welche Stationen hat Sie Ihr Lebensweg in die Selbstverwaltung der BGHM geführt? Seit wann gehören Sie dieser an?
Tatsächlich hat uns der plötzliche Tod von Prof. Dr. Kreßel sehr getroffen. Ich möchte sein großes Engagement für die BGHM fortsetzen. Zu Ihrer Frage: Ich arbeite nach einem Jurastudium und kürzeren beruflichen Stationen nun seit 32 Jahren für den Nutzfahrzeughersteller MAN. Ich war rund 20 Jahre in Personalführungsfunktionen eingesetzt und rund 10 Jahre in der Produktion. Dort durfte ich die Werke Salzgitter und Steyr / Österreich leiten. Ich bin seit 2011 im Ehrenamt bei unserer BGHM.
Warum engagieren Sie sich ehrenamtlich im Vorstand der BGHM? Was ist Ihnen dabei besonders wichtig?
Zum einen ist es bei der MAN üblich, Ehrenämter zu übernehmen, denn wir können als Unternehmen nur in einem Netzwerk aller Stakeholder prosperieren. Meine persönliche Motivation rührt daher, dass ich in meinen Funktionen leider einige Unfälle in den Werken und in unseren handwerklich organisierten Servicebetrieben sehen musste; zum Glück nicht viele. Die Folgen für Beschäftigte und deren Familien vergisst man nicht. Das motiviert mich nachhaltig für Präventionsarbeit. Als Arbeitgebervertreter habe ich zudem besonders auf die Kosten der ausschließlich arbeitgeberfinanzierten Unfallversicherung zu achten. Die Beitragsmittel konkurrieren schließlich mit den Mitteln für Zukunftsinvestitionen in unseren Unternehmen.
Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Themen für die BGHM-Selbstverwaltung in den kommenden Jahren?
Auf den paritätisch besetzten Bänken der Selbstverwaltung haben wir ein gemeinsames Ziel, nämlich die Gestaltungsrahmen für umfassend gesunde und unfallfreie Arbeit zu gewähren. Zur Erreichung dieses Ziels setzen Arbeitgeber und Versicherte jedoch bisweilen unterschiedliche Schwerpunkte. Mir ist es wichtig, den Diskurs transparent und vertrauensvoll mit den Versichertenvertretern fortzuführen, damit die Verwaltung, unsere Mitgliedsbetriebe und die Beschäftigten auch künftig einheitlich vertretene Rahmenbedingungen vorfinden.
Dabei wird der Wettbewerbsdruck in den Unternehmen härter – und das ist nicht der sprichwörtliche „Gruß des Kaufmanns“: Wir müssen gegen die Folgen der neuen Geopolitik anarbeiten und sehen neue Wettbewerber mit beachtlichen Fähigkeiten. Dazu werden sich die Mitgliedsunternehmen neuer Organisationsformen und Technologien bedienen. Als BG sollten wir das antizipieren und praxisnah begleiten. So leisten wir einen Beitrag gegen die Deindustrialisierung von Europa und gegen die Erosion unserer Beitragsbasis. Mit dem Blick nach innen auf die Verwaltung der BG wird deren Umsetzungs- und Beratungskompetenz noch einmal bedeutsamer. Daher müssen wir gerade in Zeiten des demografischen Wandels ein attraktiver Arbeitgeber bleiben. Denn wir benötigen in der Verwaltung weiterhin die Besten!
Ausgabe 2/2026