Pfannen für feuerflüssige Massen

Effektiv prüfen, präventiv instandhalten

Pfannen für feuerflüssige Massen
© Gienanth GmbH

Pfannen sind Behälter zur Aufnahme, zum Transport und zur Übergabe von feuerflüssigen Massen. Sie sind produktionsentscheidende Arbeitsmittel in Gießereien sowie Stahl- und Hüttenwerken. Aufgrund des hohen Risikos für Beschäftigte in der Umgebung der Pfannen kommt der präventiven Instandhaltung dieser Arbeitsmittel eine essenzielle Bedeutung zu.

Die empfohlenen Prüfungen von Pfannen und deren zeitliche Abfolge werden in der DGUV Information 209-018 „Prüfung von Pfannen“ beschrieben. Sie umfassen die tägliche Inaugenscheinnahme, die Sicht-, Funktions- und Zwischenprüfung, die Hauptprüfung sowie außerordentliche Prüfungen. In jedem Fall wird der Ist- mit dem Soll-Zustand abgeglichen. Gegebenenfalls müssen Instandsetzungsmaßnahmen zur Behebung von Mängeln eingeleitet werden.

Jeden Tag die Sicherheit im Blick 

Die tägliche Inaugenscheinnahme erstreckt sich auf die Funktionalität aller Bauteile einer Pfanne und die Wirksamkeit der Schutzmaßnahmen. Sie erfolgt durch eine vom Arbeitgeber unterwiesene und beauftragte Person und dient dazu, mögliche augenfällige Mängel zu erkennen und einen sicheren Betrieb zu gewährleisten. 

Zu dieser Prüfung gehört zum Beispiel, 

  • die Selbsthemmung des Getriebes sowie den Zustand und Funktion der Antriebe zu kontrollieren,
  • vorgesehene Schmierstellen abzuschmieren,
  • den Getriebeölstand zu kontrollieren,
  • Schlackereste zu entfernen und
  • die Feuerfest-Auskleidung zu kontrollieren. 

Stellt der Prüfer beziehungsweise die Prüferin Risse oder starke Abnutzung fest, wird die Pfanne aus dem Fertigungsprozess genommen und instandgesetzt. 

Weitere Prüfungen 

Für alle Prüfungen über die tägliche Inaugenscheinnahme hinaus muss der Arbeitgeber eine zur Prüfung befähigte Person gemäß Betriebssicherungsverordnung (BetrSichV) beauftragen. Die Hauptprüfung beinhaltet zusätzlich zu den Prüfpunkten der „Sicht-, Funktions- und Zwischenprüfung“ die Anwendung geeigneter Methoden der zerstörungsfreien Werkstoffprüfung (zfP) und Messverfahren. Für die Prüfung der Schweißnähte sind das zum Beispiel die Farbeindringprüfung, die Magnetpulverprüfung oder die Ultraschallprüfung. 

Die Temperaturen in kritischen Bereichen des Pfannenkörpers, der Tragzapfen und des Getriebes können über Thermographie ermittelt werden. Diese ermöglicht die Messung aus sicherer Distanz und die Ergebnisse können bei der präventiven Instandhaltung als Indikator für Hotspots und drohende Pfannendurchbrüche genutzt werden. Messverfahren im Rahmen der Hauptprüfung erfolgen zum Beispiel durch eine Getriebeprüfung auf einem Getriebeprüfstand oder eine Maßprüfung, in deren Verlauf zum Beispiel zu kontrollieren ist, ob die Tragzapfen noch parallel sind. Bei festgestellten Mängeln können Instandsetzungsarbeiten notwendig werden. Ein Austausch der Bremsfeder des Getriebes ist in jedem Fall erforderlich, da es sich dabei um ein Verschleißteil handelt. Nach Instandsetzungsarbeiten ist immer eine Zwischenprüfung mit geeigneten Prüfmethoden durchzuführen. 

Nachrüsten auf den Stand der Technik 

Verbesserungen oder das Nachrüsten von Bauteilen stellen bei älteren Pfannen den Stand der Technik wieder her und tragen zum sicheren Betrieb der Pfannen bei. Ein Beispiel dafür ist der Austausch von älteren Getrieben durch Getriebe neuerer Bauart. Eine bei Altgetrieben fachgerecht durchgeführte Modifikation kann ebenfalls sinnvoll sein, um Unfälle zu vermeiden. Bei Pfannen mit Zusatzantrieb sollte eine Begrenzung der Drehmomente durch eine Sicherheitskupplung, eine Strombegrenzung oder eine sonstige technische Sicherungsmaßnahme nachgerüstet werden. Ohne diese Maßnahme muss die Abtriebswelle bei jeder Hauptprüfung getauscht werden, da es keine Möglichkeit gibt, die eventuell beginnende plastische Verformung zerstörungsfrei zu prüfen. Die zusätzliche Sicherheitseinrichtung schützt allerdings nicht vor Überlast bei Fehlbedienung, Krafteinwirkung durch Kollision oder nicht bestimmungsgemäßer Verwendung. 

Kennwerte für Wartung und Instandhaltung 

Werden sicherheitsrelevante Kennwerte regelmäßig erfasst, ist für die Instandhaltung leichter zu erkennen, wann Bauteile abgenutzt sind und ob Wartungsintervalle eingehalten werden. Neuere elektronische Systeme vereinfachen die Kontrolle der bestimmungsgemäßen Verwendung der Pfanne. Bei Fehlverhalten oder kritischen Zuständen kann dadurch frühzeitig eingegriffen werden. Jede geplante und durchgeführte Instandhaltungsmaßnahme muss für jede Pfanne einzeln dokumentiert werden. Dazu eignet sich zum Beispiel das sogenannte Pfannenbuch. Darin werden alle technischen und betrieblichen Vorgänge und Änderungen im Lebenszyklus einer Pfanne festgehalten. 

Schutzmaßnahmen für die Instandhaltung 

Instandhaltungspersonal unterliegt bei seiner Arbeit im Vergleich zum Produktionspersonal einem erhöhten Unfallrisiko. Zur Minimierung dieses Riskos ist eine Gefährdungsbeurteilung zwingend erforderlich. Beispiele für Schutzmaßnahmen sind sichere Arbeits- und Freigabeverfahren, die Sicherung der Tragarme mit Kranunterstützung, lärm- und staubmindernde Maßnahmen beim Ausbrechen des Feuerfestbetons und eine Absturzsicherung beim Ausmauern. Instandhaltungstätigkeiten sind, wann immer möglich, bei abgekühlter Pfanne vorzunehmen. 

Andreas Köster und Andreas Henkel, BGHM

Instandhaltung von Pfannen
Beispiele für Instandhaltungstätigkeiten in Anlehnung an: DIN31051 und DIN EN 13306 © MARX GmbH & Co. KG

Gut zu wissen

Zur Prüfung und Instandhaltung von Pfannen hat die BGHM ein Schulungsvideo veröffentlicht. Es zeigt, welche Folgen Arbeitsunfälle in diesem Bereich haben können und wie die Pfannen instandgehalten werden müssen, um für die bestmögliche Arbeitssicherheit zu sorgen. So können zum Beispiel Beschäftigte in der Instandhaltung unterwiesen und geschult werden.

Zum Video (QR-Code scannen oder klicken).

Ausgabe 2/2026