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Altgesellen, Vorarbeiter, Werkstattmeister und erfahrene Maschinenbediener prägen die Arbeitsweise im Betrieb. Im besten Fall leben sie sichere und gesunde Arbeit vor und setzen damit Maßstäbe für die Unfallprävention. Um diese routinierten Beschäftigten gezielt zu Multiplikatoren für sichere Arbeitsweisen auszubilden, haben die Berufsverbände des Tischler- und Schreinerhandwerks gemeinsam mit der BGHM Schulungen entwickelt.
In den neuen eintägigen Schulungen „Multiplikatoren für sichere Maschinenarbeit (MsM)“ für Tischler und Schreiner werden Altgesellen, Vorarbeiter, Werkstattmeister und erfahrene Maschinenbediener speziell darauf geschult, sichere Arbeitsweisen in ihren Betrieben zu verbreiten. Außerdem erhalten sie aus erster Hand Informationen über die neuesten Entwicklungen der sicheren Maschinenarbeit.
Geplant und umgesetzt wurde das MsM-Konzept von Tischler- und Schreinerverbänden mit Fachleuten der BGHM. Neben dem Einsatz technischer Schutzeinrichtungen nach dem Stand der Technik soll mit den MsM-Schulungen die Stärkung der Verhaltensprävention mehr in den Fokus rücken. Denn: Die Mehrzahl der Arbeitsunfälle auch in der Tischler- und Schreinerbranche könnte durch arbeitsschutzkonformes Verhalten und sichere Arbeitsweisen vermieden werden.
Ein weiterer Anlass für die Schulung: Unfallprävention verhindert nicht nur persönliches Leid der Betroffenen, sondern ist auch ein wirtschaftlicher Faktor für Betriebe. Denn Unfälle vermeiden heißt auch, dass die Ausfallzeiten der Beschäftigten zurückgehen. Die Themen der MsM-Kurse kommen direkt aus der Praxis. Die BGHM analysiert regelmäßig das Unfallgeschehen an Holzbearbeitungsmaschinen und leitet hieraus wirksame Schutzmaßnahmen ab. Diese Erkenntnisse hat sie in das Konzept eingebracht. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfahren beispielsweise, wie die Arbeitssicherheit an der Formatkreissägemaschine optimiert werden kann. Auch ihr Wissen zur richtigen Einstellung von Schutzeinrichtungen wird aufgefrischt.
Während die Bedienung von Holzbearbeitungsmaschinen ein wesentlicher Bestandteil der Ausbildung zum Tischler oder Schreiner ist, setzen die MsM-Schulungen auf dem vorhandenen Wissen der erfahrenen Beschäftigten auf. Daneben lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, wie sie ihr Arbeitsschutz-Wissen effektiv im eigenen Betrieb weitergeben können. Veranstaltet werden die MsM-Schulungen von den Tischler- und Schreinerinnungen.
Die Unterstützung der BGHM bei der Entwicklung der MsM-Schulungen ist ein weiterer Schritt zur Unfallverhütung in der Holzbranche. Sie unterstützt Betriebe mit weiteren Angeboten und Schwerpunkt-Aktionen bei der Umsetzung des Arbeitsschutzes, zum Beispiel mit ihrer Präventions- Kampagne „Check F!VE – Deine Maschinen- Routine“. Fünf Regeln für sichere Tätigkeiten an Holzbearbeitungsmaschinen dienen als klarer Leitfaden für sichere Arbeit – von der Vorbereitung bis zum Abschluss eines Arbeitsgangs. Die Kampagne bietet kurze Videos sowie Infomaterial und wird kontinuierlich erweitert.
Am 19. März 2026 fand zudem der „Präventionstag Holz“ statt. An diesem Tag – dem Josefstag und damit dem Tag des Schutzpatrons der Handwerker, insbesondere der Tischler und Schreiner – haben die Aufsichtspersonen (APen) der BGHM ausschließlich Holzbetriebe besucht. Dabei achteten sie nicht nur darauf, ob Maßnahmen zur Prävention von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren angemessen umgesetzt waren. Sie beantworteten auch konkrete Fragen zum Thema. Der Aktionstag sollte für die besuchten Betriebe eine Bestandsaufnahme und wenn notwendig Anlass sein, dem Thema Arbeitsschutz wieder mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Die Präventionsfachleute der BGHM werten die Erkenntnisse aus der gebündelten Betrachtung derzeit aus. Das Ziel ist es, die relevanten Themen und die Beratung dazu noch genauer auf die Bedürfnisse der Betriebe auszurichten.
Die MsM-Schulungen dauern jeweils acht Stunden und finden in überbetrieblichen Lehrwerkstätten des Tischler- und Schreinerhandwerks im ganzen Bundesgebiet statt. Weitere Infos zu den Lehrgängen erhalten Sie von Manuela Klare (manuela.klare@bghm.de).
Ausgabe 3/2026