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Elektrostatische Entladungen zählen im Explosionsschutz zu den häufig unterschätzten Zündquellen – dabei treten sie im Betrieb nahezu überall auf. Wie lassen sich diese Gefahren wirksam beherrschen? Ein neues Merkblatt liefert praxisnahe Antworten und unterstützt dabei, die Anforderungen der TRGS 727 sicher umzusetzen.
Im Explosionsschutz gilt: Soweit sich die Bildung eines explosionsfähigen Gemisches nicht vermeiden lässt, dürfen keine Zündquellen wirksam werden. Eine von insgesamt 13 Zündquellenarten ist die elektrostatische Entladung. Für die konkrete Umsetzung von passenden Schutzmaßnahmen und zur Beantwortung häufig gestellter Fragen dazu hat der Arbeitskreis Elektrostatik des DGUV Sachgebiets Explosionsschutz das Merkblatt T 051, „Elektrostatik. Antworten auf häufig gestellte Fragen“ herausgegeben.
Elektrostatik ist ein allgegenwärtiges physikalisches Phänomen. Sie entsteht zum Beispiel schon beim Gang mit isolierender Sohle über einen Teppich und entlädt sich anschließend an einer geerdeten Türklinke oder über eine zweite, geerdete Person. Die hierbei freigesetzte Entladeenergie in Form eines Funkens reicht aus, um ein explosionsfähiges Gemisch zu zünden.
Auf- und Entladevorgänge treten auch in der betrieblichen Praxis nahezu überall auf. Aufladbar sind Festkörper, pulverförmige Stoffe und Flüssigkeiten. Typische Aufladevorgänge sind bei Festkörpern das Reiben an der Oberfläche, zum Beispiel beim Reinigen, oder bei pulverförmigen Stoffen das Schütten, etwa in ein Silo, oder der Transport zum Beispiel durch eine Rohrleitung. Flüssigkeiten können sich beim Mischen, etwa in einem Rührwerk, ebenfalls aufladen.
Die Maßnahmen im Explosionsschutz sind immer auf die Vermeidung einer „gefährlichen elektrostatischen Aufladung“ gerichtet – die bei der Entladung freigesetzte Energie darf also nicht so groß sein, dass sie ein gefährliches explosionsfähiges Gemisch entzünden kann. Passende Maßnahmen, um das zu verhindern, sind in der Technischen Regel für Gefahrstoffe (TRGS) 727 „Vermeidung von Zündgefahren durch elektrostatische Aufladung“ beschrieben, für deren praktische Umsetzung jetzt das FAQ-Merkblatt zur Verfügung steht.
Die FAQ-Sammlung wird ständig weiterentwickelt, sie ist tagesaktuell auf dem Portal „EXINFO“ der Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI) zu finden.
Roland Knopp, BGHM
Ausgabe 3/2026