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Trotz aller technischen Fortschritte in der E-Mobilität: Wenn Antriebsbatterien zum Beispiel nach einem Unfall beschädigt sind oder wenn es aus anderen Gründen bei der Untersuchung von Batterien zu einem Kurzschluss kommt, sind die Risiken für Beteiligte und Beschäftigte erheblich. Einen besonders innovativen Schritt hin zu mehr Arbeitssicherheit bei der Analyse und Prüfung von E-Auto-Batterien hat die APL Automobil-Prüftechnik Landau GmbH gemacht. Für ihr Sicherheitskonzept für die sogenannte Batteriebefundung gab es den Goldenen Sicherheitspreis 2026 von der BGHM.
Die APL GmbH mit Hauptsitz im pfälzischen Landau entwickelt in enger Zusammenarbeit mit Kunden aus Automobil-, Luftfahrt und Mineralölindustrie die Antriebssysteme der Zukunft. Dass die E-Mobilität im Bereich Automotive eine immer größere Rolle spielt: selbstredend. Dass die Beschäftigten vor den Restrisiken bei der Diagnose und Zerlegung von Hochvolt-Batterien geschützt werden müssen: eine logische Konsequenz. Das Sicherheitskonzept für die Batteriebefundung, das ein Team der APL GmbH entwickelt und umgesetzt hat, ist eine besonders clevere und wegweisende Lösung dafür.
Folge einer beschädigten Hochvolt-Batterie oder eines Kurzschlusses darin kann insbesondere bei Lithium-Ionen-Batterien ein sogenannter Thermal Runaway sein. Dabei entstehen heiße, brennbare Gase, Rauch und heftige Stichflammen bis hin zum Brand – eine erhebliche Gefahr für die Beschäftigten in der Batteriebefundung. Um diese Risiken auszuschalten, hat ein achtköpfiges Team von APL beim Neubau des Arbeitsbereichs für die Analyse und dafür oft notwendige Zerlegung von Hochvolt-Batterien eine zukunftsweisende Innovation eingebaut: einen selbstfahrenden Arbeitstisch mit speziellen Sicherheitsfunktionen.
Diese sogenannte Lore erkennt mittels Wärmebildtechnik rechtzeitig, wenn die Temperatur einer Zelle oder einer ganzen Batterie kritisch ansteigt. Die Lore fährt daraufhin selbständig aus dem Gebäude heraus und senkt die Batterie schon während des Fahrens in eine darunterliegende Wanne ab, die im Ernstfall mit Wasser geflutet wird. Auch die Versorgungsleitungen werden automatisch unterbrochen, indem sich die Steckverbindungen selbstständig lösen.
Die neuen Befundungsplätze sind der zentrale Teil eines ganzheitlichen Sicherheitskonzepts. Der Werkstattbereich, in dem die Zerlege- und Diagnosearbeiten stattfinden, ist zusätzlich baulich feuerbeständig vom restlichen Gebäude abgetrennt und bildet somit eine weitere Schutzbarriere.
„Unser Ziel war es, ein durchdachtes Zusammenspiel aus baulichen Maßnahmen und einem sensorbasierten und damit automatisierten System zu realisieren, um den Umgang mit Hochvolt-Batterien insbesondere in kritischen Situationen sicher zu gestalten“, beschreibt Dr. Christian Donn, Bereichsleiter Operations bei APL, den Anlass für das Preisträger-Projekt. Das Team seiner Kollegen Thorsten Herty, Johannes Hüther, Markus Bühl, Matthias Straub, Kai-Uwe Degen, Joshua Müller, Dr. Andreas Ebentheuer und Tobias Adam hat die innovativen Befundungsplätze in einem Zeitraum von etwa sechs Monaten entwickelt und gebaut. Die enge Zusammenarbeit der Beschäftigten aus den Bereichen Arbeitssicherheit, Brandschutz, Batterieentwicklung, Planung und Fertigung war der Grundstein dafür, dass die Arbeitsschutz-Innovation so durchdacht und ausgereift an den Start gehen konnte.
Dirk Ernst ist als Aufsichtsperson bei der BGHM zuständig für die APL GmbH und schätzt das Gewinnerprojekt so ein: „Diese Lösung ist bislang nach meinem Wissen technisch einzigartig. Darüber, dass APL sich damit beim Sicherheitspreis beworben hat und dieses wirklich nachahmenswerte System öffentlich bekannt macht, freuen wir uns sehr.“