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Arbeitsunfälle durch humorvolle visuelle Darstellung offen ansprechen, Beschäftigte aktiv einbinden und damit die Sicherheitskultur stärken: Mit einem innovativen Kommunikationsansatz setzt Rolls-Royce Power Systems neue Impulse im Arbeitsschutz. Der Hersteller von Antriebs- und Energiesystemen aus Friedrichshafen nutzt unterhaltsam gestaltete Cartoons von realen Unfallereignissen als Katalysator für niedrigschwellige Gespräche rund um das Thema Arbeitsschutz in der Belegschaft. Für diese kreative Idee erhält der Betrieb jetzt den Sicherheitspreis der BGHM in Gold.
Weil die Arbeitsunfälle entgegen dem langjährigen Trend gestiegen waren, hatte der Konzernvorstand einen Krisenstab eingerichtet, der substanzielle Maßnahmen zur Verringerung der Unfallzahlen entwickeln sollte. Unter Leitung von Norbert Veser, Vizepräsident für Safety und Security Excellence, entstand unter anderem die Idee, ausgewählte Unfallereignisse in Form eines pointierten Cartoons aufzubereiten.
Gemeinsam mit dem Grafiker Malte von Tiesenhausen wurde ein Konzept ausgearbeitet und umgesetzt. Seit Mitte 2024 werden ausgewählte Unfälle mit Ausfallzeit ab einem Tag in dieser neuen Form konzernweit an Führungskräfte kommuniziert, die die jeweiligen Inhalte in die einzelnen Teams tragen. Hier bilden die Cartoons eine starke Grundlage für Diskussionen rund um den einen Unfall und unterstützen die Mitarbeitenden dabei, Sicherheitsmaßnahmen für den jeweiligen Arbeitsbereich auszuarbeiten.
Jeder Cartoon stellt eine tatsächliche Unfallsituation dar. Eine weitere Seite enthält zum einen Sprechblasen, die die konkreten Ursachen des Unfalls den entsprechenden Bildelementen zuordnen – und zum anderen allgemeine Fragen, die Führungskräfte dabei unterstützen, den Unfall in Gesprächen mit ihren Mitarbeitern auf ihre eigenen Arbeitsbereiche zu übertragen und daraus präventive Maßnahmen abzuleiten.
„Unsere Erfahrungen zeigen, dass die Cartoons immer wieder ausführliche Gespräche anstoßen. Die Beschäftigten diskutieren intensiver über sicherheits- und gesundheitsgerechtes Verhalten und bringen sich stärker in den Arbeitsschutz ein“, berichtet Krisenstabsleiter Veser. „Die humorvolle Darstellung senkt die Hemmschwelle, sich offen mit Unfällen auseinanderzusetzen – ein entscheidender Faktor für eine offene und angstfreie Sicherheitskultur.“ Besonders wirkungsvoll: In vielen Fällen sind die betroffenen Mitarbeitenden bereit, sich im Cartoon selbst darstellen zu lassen. „Diese Personalisierung steigert die Identifikation aller Beteiligten und verstärkt den Lerneffekt erheblich“, fasst Veser zusammen. „Damit unterstützen die Cartoons auch langfristig den Wandel hin zu einer gelebten Präventionskultur.“
Der innovative Kommunikationsansatz der Rolls-Royce Power Systems stößt nicht nur intern auf große Resonanz, sondern hat auch eine messbare Wirkung über Friedrichshafen hinaus: Seit der Einführung der Cartoons in allen Produktionsstätten des global agierenden Mutterkonzerns im Frühjahr 2024 ist die Zahl der konzernweiten Arbeitsunfälle allein im Zeitraum von April bis Dezember 2024 – nach Auskunft des Unternehmens – um über 40 Prozent zurückgegangen.
„Rolls-Royce Power Systems zeigt mit seinem Projekt, dass Kreativität und Humor kraftvolle Mittel sein können, um Sicherheit und Gesundheit nachhaltig im Arbeitsalltag zu verankern“, erklärt Jochen Ullrich, der als Aufsichtsperson der BGHM für Rolls-Royce Power Systems zuständig ist. „Durch den neuen Ansatz in der Kommunikation von Unfallereignissen zeigt das Unternehmen nicht nur seine Wertschätzung für die Beschäftigten, sondern motiviert sie durch intensive Diskussionen zu sicherheits- und gesundheitsgerechtem Verhalten – hin zu einer gelebten Präventionskultur.“
Dabei lasse sich die Grundidee, Unfallereignisse durch überzeichnete Cartoons niedrigschwellig zu kommunizieren, weitgehend problemlos auf andere Betriebe übertragen – und zwar unabhängig von deren Branche oder Unternehmensgröße. Entscheidend sei vor allem die aktive und vertrauensvolle Einbindung der Beschäftigten in den Arbeitsschutz.