Reha-Management

Routinearbeit mit Folgen

Reha-Management
© BGHM, Czybik & Schmid Media UG, Peter Jülich

Der gelernte Bauschlosser Fritz Ruchti ist seit einem Arbeitsunfall vom Hals abwärts gelähmt. Im Rahmen der Verleihung des Goldenen BGHM-Sicherheitspreises berichtete er vom Moment des Unfalls und wie es ihm heute – auch dank des BGHM-Reha-Managements – geht. 

Routine im Betrieb: Jedes Jahr wird die Lackieranlage gewartet. Fritz Ruchti und seine Kollegen wollen dafür zunächst die Hubarbeitsbühne in Position bringen. Er steht am Bedienpult. Doch die Hubarbeitsbühne gerät in Bewegung und schubst Ruchti nach hinten. „Zur Orientierung habe ich kurz am Bedienpult der Anlage vorbeigeschaut, dabei muss ich den Joystick versehentlich aktiviert haben“, berichtete Ruchti anlässlich der Verleihung des Goldenen BGHM-Sicherheitspreises in einer Talkrunde. 

Er wird gegen einen Stahlpfosten der Lackieranlage gedrückt und schlägt sich den Hals an einer kleinen Gewindestange an. „Ich bin ohne jegliches Gefühl zusammengesackt, konnte mich weder bewegen noch sprechen.“ Kollegen legen ihn flach auf den Boden und der herbeigerufene Notarzt versetzt ihn ins künstliche Koma. Nach Krankenhausaufenthalt und sieben Monaten Reha die Gewissheit: Ruchti ist vom Hals abwärts gelähmt – und wird es bleiben. 

Ein möglichst selbstbestimmtes Leben 

Mehr als 20 Jahre ist der Unfall nun her. Heute sagt Ruchti trotz der gravierenden Einschränkungen: „Mein Leben ist fast wieder normal.“ Auf dem langen Weg dorthin unterstützt hat ihn von Beginn an das Reha-Management der BGHM. Unter anderem in Person von Günther Ostermeier, der in der Talkrunde ebenfalls berichtete: „Nach schweren Unfällen sind die ersten beiden Jahre entscheidend, um gemeinsam die richtigen Maßnahmen umzusetzen.“ 

Bei Ruchti ging es zunächst um die Rückkehr in ein möglichst selbstbestimmtes Leben. Dazu erhielt er zum Beispiel einen Elektro-Rollstuhl mit Kinnsteuerung und ein behinderungsgerechtes Auto. Ebenso sorgte die Berufsgenossenschaft für ein barrierefreies Wohnumfeld und übernimmt bis heute die Kosten der erforderlichen Pflege. „Wenn sich die neue Lebenssituation stabilisiert hat, erfolgt eine regelmäßige nachgehende Betreuung“, erläuterte Ostermeier im Gespräch. Ruchti besucht nach wie vor zum Beispiel regelmäßig die auf die Behandlung von Rückenmarksverletzten spezialisierte Unfallklinik Murnau zur routinemäßigen Kontrolle und erhält Physiotherapie, um seine Mobilität zu erhalten. Auch hierfür übernimmt die BGHM die Kosten. 

„Meine Familie und die BG haben mich immer unterstützt. Ohne diesen Rückhalt wäre ich mit dem Unfall sicher nicht so gut fertiggeworden“, so Ruchti. Bei der Verleihung des BGHM-Sicherheitspreises legte er dem Publikum und insbesondere den anwesenden Preisträgerinnen und Preisträgern eindringlich ans Herz: „Ich war früher sehr hektisch, das hat sicher zum Unfall beigetragen. Nehmt euch die Zeit und erledigt eure Aufgaben mit Ruhe.“

Fritz Ruchtis Geschichte im Video

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Ausgabe 5/2026