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In Gießereien, Stahlwerken und Metallhütten werden feuerflüssige Massen mit sogenannten Pfannen aufgenommen, transportiert und umgefüllt. Die Schmelze in den Pfannen ist in der Regel mehr als 1.000 Grad Celsius heiß – eine riesige Gefahr!
In einem neuen Schulungsvideo zeigt die BGHM, welche Folgen Arbeitsunfälle in diesem Bereich haben können und wie die Pfannen instandgehalten werden müssen, um für die bestmögliche Arbeitssicherheit zu sorgen.
Damit Beschäftigte sicher und gesund an Gießerei-Pfannen arbeiten können, müssen sie diese vor jedem Gebrauch in Augenschein nehmen. In einer Haupt- oder Zwischenprüfung im jährlichen Wechsel sind die Pfannen von einer sogenannten befähigten Person zu prüfen. Die BGHM zeigt in einem neuen Schulungsvideo, wie solche Prüfungen ablaufen und worauf dabei zu achten ist.
Andreas Henkel ist Fachreferent für Gießereien bei der BGHM und berichtet im Interview über Pfannenprüfungen – und warum Gießereibeschäftigte das Schulungsvideo nutzen sollten.
Herr Henkel, wieso hat sich die BGHM entschieden, ein Video über die Prüfung von Gießerei-Pfannen zu machen?
Unfälle mit feuerflüssigen Massen führen zu schwersten Verbrennungen. Es ist schon vorgekommen, dass Beschäftigte großflächig von flüssigem Metall getroffen wurden, weil die Bremsfunktion des Pfannengetriebes versagt hat oder Getriebeteile gebrochen sind. Beides kann zum sogenannten Umschlagen von Pfannen führen. Die Folgen für die Betroffenen, deren Familien, aber auch die Arbeitskolleginnen und -kollegen sind schrecklich. Um dies zu verhindern, müssen Pfannen geprüft werden. Worauf bei Prüfung und Inaugenscheinnahme von Gießerei-Pfannen zu achten ist, wird in dem Schulungsvideo vermittelt.
Ziel des Videos ist es, für diese und andere Risiken zu sensibilisieren und so zur Prävention von Arbeitsunfällen beizutragen. Außerdem haben wir in Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern, Herstellern und Anwendern die DGUV Information 209-018 „Prüfung von Pfannen“ aktualisiert. Sie enthält zum Beispiel neue Aspekte zum Führen eines sogenannten Pfannenbuches und überarbeitete Musterprüflisten. Derzeit entwickeln wir zudem ein Seminar für Beschäftigte aus Mitgliedsbetrieben, die mit der Pfannenprüfung zu tun haben.
Welche Arbeitsschutz-Maßnahmen sind bei Tätigkeiten an Gießerei-Pfannen grundsätzlich notwendig?
Es dürfen beispielsweise nur Pfannen zum Einsatz kommen, die in einwandfreiem Zustand sind, und sie dürfen nur bestimmungsgemäß verwendet werden. Die Inaugenscheinnahme vor jedem Tätigkeitsbeginn dient dazu, Schäden und Mängel frühzeitig zu erkennen, beispielsweise was die Selbsthemmung des Getriebes betrifft. Auch geeignete Persönliche Schutzausrüstung ist zu tragen. Darüber hinaus gibt es beim Transport der Pfannen so einiges zu beachten. Auf diese und weitere notwendige Maßnahmen gehen wir im Video ebenfalls ein.
Ohne zu viel aus dem neuen Film zu verraten: Wer darf Gießerei-Pfannen prüfen und wie läuft so eine Pfannenprüfung ab?
Die Zwischen- und Hauptprüfungen werden von einer befähigten Person durchgeführt, die die erforderliche Fachkenntnis hat und vom Arbeitgeber für die Prüfung der Pfannen benannt und damit beauftragt wird. Bei einer Hauptprüfung müssen etwa der Verzahnungs- und der Abnutzungszustand des Getriebes kontrolliert und die Bremsfunktion auf einem Getriebeprüfstand geprüft werden. Ziel der Prüfungen als auch der Inaugenscheinnahme durch die Beschäftigten ist es, den Zustand beanspruchter Bauteile und Einrichtungen zu beurteilen. Beschädigte Bauteile müssen in der Regel ausgetauscht, Mängel beseitigt und die Bauteile erneut geprüft werden.
Wofür kann das Video eingesetzt werden?
Der Film unterstützt bei der Pfannenprüfung. Er eignet sich zum Beispiel, um Beschäftigte in der Instandhaltung zu unterweisen und zu schulen. Für Beschäftigte, die Umgang mit Pfannen haben, bietet er einen spannenden Einblick in die Prüfungen. Aus meiner Sicht verdeutlicht er den Zuschauerinnen und Zuschauern, von Vorgesetzten bis zu Beschäftigten in der Instandhaltung, dass die vorgestellten Prüfungen für die bestmögliche Arbeitssicherheit absolut notwendig sind.
Das Interview führte Eva Ebenhoch
Ausgabe 3/2025