Azubis sensibilisieren Azubis für Suchtgefahren im Arbeitsalltag

Goldener Azubi-Sicherheitspreis für GEA

Ob Alkohol, digitale Medien, harte Drogen oder Glücksspiele – Abhängigkeiten gefährden sowohl die Sicherheit als auch das Miteinander am Arbeitsplatz. Um darauf aufmerksam zu machen, entwickelten fünf Auszubildende des Melktechnik-Herstellers GEA am Standort im nordrhein-westfälischen Bönen ein umfassendes Präventionsprojekt.

Praxisnah statt theoretisch

Die jungen Fachkräfte entschieden sich für einen multimedialen Ansatz, um verschiedene Süchte zu thematisieren und aufzurütteln: Sie entwickelten einen selbst produzierten Kurzfilm, eine Schulungspräsentation, ein Informationsblatt sowie einen begleitenden Fragebogen, mit dessen Hilfe die Azubis herausfinden wollten, wie die verschiedenen Medien ankamen. 

Ziel war es, Wissen zu vermitteln und die Kolleginnen und Kollegen dabei aktiv einzubeziehen. Die ausgefüllten Fragebögen zeigen hingegen deutlich: Nach der Teilnahme schätzten fast alle Befragten die Risiken für die Arbeitssicherheit deutlich kritischer ein. 

Das Team des Melktechnik-Herstellers GEA präsentiert seine Urkunden und die Trophäe.
© Frank Rumpenhorst/bundesfoto

Multimediale Angebote

In der Präsentation stehen die Auswirkungen von Alkoholkonsum im Vordergrund – von kurzfristig verlangsamter Reaktionszeit über langfristige Gesundheitsschäden bis hin zu einem deutlich erhöhten Unfallrisiko am Arbeitsplatz. Im Kurzfilm wird die Thematik Handy- und Glücksspielsucht aufgegriffen. In einer fiktiven Werkstattszene ist zu sehen, wie ständige Ablenkung durch Online-Spiele zu einem katastrophalen Zwischenfall führen kann. Ergänzend fasst ein One-Pager die wichtigsten Informationen und Hilfsangebote zusammen. Auch hier zeigt die Auswertung der Fragebögen eine klare Wirkung: Die meisten empfanden die Darstellung als realistisch; viele gaben an, neue Erkenntnisse gewonnen zu haben – und den Film würden alle Befragten als Medium für die Suchtprävention weiterempfehlen.

Filmausschnitt "Sicher ohne Sucht"
Ausschnitt aus dem Kurzfilm zum Thema „Sicher ohne Sucht“
© GEA

Resonanz und Anerkennung

„Uns war wichtig, nicht nur Zahlen darzustellen, sondern zu zeigen, wie nah uns diese Gefahren im Arbeitsalltag tatsächlich sind“, sagt Lena Becker, eine der fünf beteiligten Auszubildenden. Mit dieser Haltung überzeugten die jungen Beschäftigten auch die Sicherheitspreis-Jury der BGHM. Besonders hervorgehoben wurde der authentische Ansatz: „von Azubis für Azubis“. „Die direkte Ansprache auf Augenhöhe senkt die Hemmschwelle, über Suchtgefahren ins Gespräch zu kommen“, bestätigt auch Peter Limke, der als Aufsichtsperson der BGHM für GEA am Standort Bönen zuständig ist.

Nachhaltige Wirkung im Betrieb

Auch über die Preisverleihung hinaus bleibt die Initiative lebendig. Die Materialien werden im Unternehmen weiter eingesetzt und führen immer wieder zu guten Gesprächen in den Teams. So wächst die Sensibilität für Suchtgefahren und das Interesse dem vorzubeugen. Das Beispiel aus Bönen zeigt, wie wirkungsvoll Prävention sein kann, besonders wenn sie aus der Mitte des Teams kommt – engagiert, praxisnah und mit einem klaren Ziel: mehr Sicherheit für alle.

Ausgabe 6/2025