Safety-Box 2.0: Einsatz für mehr Sicherheit auf der Baustelle

Goldener BGHM-Sicherheitspreis für Rud. Otto Meyer Technik GmbH & Co. KG 

Mit der sogenannten Safety-Box 2.0 setzen sich sieben junge Beschäftigte der Rud. Otto Meyer Technik GmbH & Co. KG in besonderem Maße dafür ein, die Arbeitssicherheit auf Baustellen zu verbessern. Dafür hat die BGHM das Team hinter dem Projekt mit dem BGHM-Sicherheitspreis in Gold ausgezeichnet.

Die Rud. Otto Meyer Technik GmbH & Co. KG, kurz ROM Technik, am Standort Hamburg ist Hersteller des gesamten Spektrums von Gebäudetechnik und zeigt besonders viel Engagement für sicheres und gesundes Arbeiten. Gerade erst ist das Unternehmen von der BGHM für seine Kultur der Prävention ausgezeichnet worden, jetzt gab es einen Goldenen BGHM-Sicherheitspreis für ein innovatives Projekt von jungen Beschäftigten.

Hinter der Safety-Box 2.0 steckt ein siebenköpfiges, interdisziplinäres Team: Leon Kuhlmann, Felix Bästlein, Abdul-Hamid Gasanov, Timo Haar, Theo Holst, Antonio Bruss und Rayan Mosa. Sie arbeiten entweder im kaufmännischen Bereich oder in der Produktion. Gemeinsam bildeten sie vorübergehend so etwas wie ein Unternehmen im Unternehmen. Ihr „Kunde“: Ausbilder (Michael) Blohm. Er fragte eine Weiterentwicklung der intern bereits bekannten Safety-Box 1.0 für den Einsatz auf Großbaustellen an.

Das Team der Rud. Otto Meyer Technik GmbH & Co. KG präsentiert seine Urkunden und die Trophäe.
© Frank Rumpenhorst/bundesfoto

Schnelle Reaktion kann Schlimmeres verhindern

Safety-Box
Die Safety-Box 2.0
© Michael Blohm/Rud. Otto Meyer Technik GmbH & Co. KG

Grundidee: Auf Großbaustellen ist Erste-Hilfe-Material wie Pflaster, Verbände oder ein Desinfektionsmittel oft nicht sofort verfügbar. Verletzte und Helfende haben unter Umständen weite Wege etwa bis zum Erste-Hilfe-Kasten zurückzulegen. Wunden schnell zu versorgen oder im Falle eines Brandes schnell zu reagieren, kann aber oft Schlimmeres verhindern. Deshalb wurde bereits vor einigen Jahren die Safety-Box entwickelt. Sie konnte direkt am Arbeitsplatz aufgestellt werden und enthielt verschiedene Notfallutensilien, darunter Feuerlöscher und Löschdecke, eine Augenspülung, eine Taschenlampe und ein Kühlpack.

Die Idee zu dieser mobilen Erste-Hilfe-Station kam damals von den Beschäftigten. Auszubildende haben sie gemeinsam mit ihrem Ausbilder umgesetzt. Die erste Safety-Box war etwa zwei Jahre auf Baustellen im Einsatz. „Das Feedback der Beschäftigten war durchweg positiv“, sagt Matthias Körte, Fachkraft für Arbeitssicherheit (Sifa) bei ROM Technik. Es gab aber auch einige Verbesserungsvorschläge. Das jetzt ausgezeichnete Team nahm sie auf und entwickelte die Safety-Box in Eigenregie weiter. Die kaufmännischen Beschäftigten übernahmen Planung, Zeichnungen und Materiallisten, die Beschäftigten in der Produktion die Montage. Sie schweißten zum Beispiel den Rahmen und fügten die übrigen Komponenten darin ein.

Technisch aufgerüstet

Das Ergebnis funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie die Safety-Box 1.0, weist aber mehrere technische Finessen auf. Zum Beispiel ist die Safety-Box 2.0 auf einer Sackkarre montiert und lässt sich somit leicht von A nach B bewegen. Wird die Tür der Box im Notfall geöffnet, leuchtet eine Warnlampe auf. „Dadurch werden Umstehende aufmerksam, die bei Bedarf ebenfalls helfen können“, erläutert Körte. Daneben ist Diebstahlprävention ein Thema auf Baustellen. Deshalb ist die neue Box mit einem GPS-Tracker ausgestattet, damit kann die Bauleitung sie per App jederzeit orten. Die erste Safety-Box 2.0 ist gerade fertiggestellt worden und wartet auf ihren Einsatz auf der Baustelle. Weitere sollen folgen, um möglichst viele Baustellen damit ausstatten zu können. 

Neben der Safety-Box an sich sieht Torsten Mühlmann, als Aufsichtsperson der BGHM für das Unternehmen zuständig, einen weiteren Effekt des Projekts: „Dadurch, dass Beschäftigte aus der Produktion und dem kaufmännisch-verwaltenden Bereich zusammengearbeitet haben, wurden beide Bereiche sowohl für sicheres und gesundes Arbeiten als auch für die Herausforderungen der anderen Betriebsteile sensibilisiert.“

Ausgabe 6/2025