Muskel-Skelett-Erkrankungen auf den Fersen

Goldener Sicherheitspreis für die Tenneco GmbH

Den Beschäftigten gut zuhören, bei Krankheitsbildern genau hinsehen, Fakten analysieren, dabei auch mal um die Ecke und über bekannte ergonomische Maßnahmen hinweg den Gesundheitsschutz im Betrieb weiterdenken – das haben die Verantwortlichen der Tenneco GmbH getan. 

Und sie schlossen aus den Ergebnissen dieses Prozesses: Wer Muskel-Skelett-Erkrankungen (MSE) bei Beschäftigten vorbeugen will, sollte deren Schuhwerk in den Fokus rücken. Bei dem Automobilzulieferer mit Hauptsitz in den USA steht am Standort im rheinland-pfälzischen Edenkoben dafür jetzt ein 2D-/3D-Fußscanner zur Verfügung. 

Außerdem erhalten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Beratung zur Auswahl von Sicherheitsschuhen und zu orthopädischen Einlagen. Für dieses Projekt zur Prävention von MSE hat Tenneco den Goldenen BGHM-Sicherheitspreis 2025 überreicht bekommen.

Passgenaue Schuhe dank Fußscanner

Das Team der Tenneco GmbH präsentiert seine Urkunden und die Trophäe.
© Frank Rumpenhorst/bundesfoto

Im Jahr 2023 fielen 75 der 900 Beschäftigten bei Tenneco aufgrund von MSE durchschnittlich jeweils 7,3 Tage aus. Hauptursache waren Fuß- und Knieprobleme sowie Rücken- und Hüftschmerzen. In Gesprächen im Rahmen des betrieblichen Eingliederungsmanagements sagten die Beschäftigten häufig, dass Fußprobleme Ursache für ihre Beschwerden gewesen seien. Deswegen setzten die Arbeitsschutz-Verantwortlichen des Unternehmens für die Vorbeugung von MSE bei der Fußgesundheit an: Den Mitarbeitenden steht jetzt ein Fußscanner zur Verfügung, mit dem sie direkt, praktisch und unkompliziert vor Ort ihre Füße vermessen lassen können. 

„Wir haben diese Gesundheitsschutzmaßnahme eingeführt, um den Beschäftigten die Auswahl von perfekt passenden Sicherheitsschuhen zu erleichtern“, berichtet Christopher Huck, Leitende Fachkraft für Arbeitssicherheit (Sifa) bei Tenneco. „Außerdem erhalten sie eine Einschätzung, ob und wenn ja welche Einlegesohlen sie benötigen. Dass sie die benötigten Sohlen erhalten, ist für die Kolleginnen und Kollegen jetzt auch viel unkomplizierter“, sagt Petra Weber, die ebenfalls als Sifa bei Tenneco tätig ist.

Fußgesundheit in 2D und 3D

Als Ergebnis einer 2D-Fußmessung erhalten die Mitarbeitenden eine Empfehlung, welches Sicherheitsschuhmodell sie in welcher Größe und Weite wählen sollten. Auch eine 3D-Scanfunktion steht zur Verfügung. Damit können beginnende Fußprobleme und bereits vorhandene Fehlstellungen erkannt werden. Zusätzlich zu Schuhmodell und passender Weite gibt eine regelmäßig im Betrieb anzutreffende Beratung, wenn notwendig, eine Empfehlung für semi-orthopädische oder individuell anzupassende orthopädische Einlagen. 

Fußmessung
© Tenneco GmbH

Semi-orthopädische Einlagen gibt es in verschiedenen Ausführungen. Sie sind je nach drohenden oder bereits vorhandenen Fußbeschwerden anatomisch geformt. Problemfüßen, zum Beispiel mit Hallux Valgus – der sogenannten Ballenzehe –, oder Senk-Spreiz-Füßen kann damit vorgebeugt werden. Bei bereits bestehenden Problemen sorgen semi-orthopädische Einlagen für dynamische Unterstützung der Muskulatur und besseren Tragekomfort der Sicherheitsschuhe.

Positives Fazit und goldene Trophäe

Bisher haben rund 80 Prozent der Beschäftigten ihre Füße vermessen lassen – mit einem Ergebnis, das staunen lässt: 60 Prozent trugen bis zu diesem Zeitpunkt die falschen Schuhe. Fast jede zweite Person (44 Prozent) bekam die Nutzung semi-orthopädischer Einlagen empfohlen. Die Daten, die der 3D-Scanner misst, können die Beschäftigten zudem nutzen, um sich individuelle orthopädische Einlagen anfertigen zu lassen. Das erspart den Gang zum Orthopäden und das Vermessen in einem Sanitätshaus.

Empfehlung für Sicherheitsschuhmodell
Als Ergebnis der Fußmessungen erhalten die Beschäftigten Empfehlungen für Sicherheitsschuhmodelle und für eventuell notwendige Einlagen.
© Tenneco GmbH

Für diese umfassende Maßnahme zur Prävention von MSE erhält der Betrieb nicht nur den Goldenen BGHM-Sicherheitspreis 2025 – sondern intern positives Feedback. Grund genug, die Maßnahme weltweit an allen Unternehmensstandorten auszurollen. Dirk Christoph Ernst ist als Aufsichtsperson der BGHM für Tenneco zuständig und fasst zusammen: „Mit modernster Messtechnik hat das Unternehmen neue Ansätze zur Prävention von Muskel-Skelett-Erkrankungen gestartet. Die Messungen werden langfristig statistisch begleitet. Wir sind gespannt auf die weiteren Ergebnisse. “ 

Ausgabe 6/2025