Schwerpunktthema: Check F!VE – Fünf Regeln für sichere Tätigkeiten an Holzbearbeitungsmaschinen

Gut vorbereitet in einen sicheren Arbeitsgang

Cover BGHM-Magazin Ausgabe 02-2026 Check F!VE
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Eine häufige Ursache für Verletzungen an Holzbearbeitungsmaschinen ist die mangelhafte Vorbereitung des Arbeitsgangs. Mit „Check F!VE – Deine Maschinen-Routine“ gibt die BGHM Beschäftigten deshalb fünf einfache Regeln an die Hand, mit denen sie eine Maschine effektiv auf die wichtigsten Einstellungen hin prüfen können.

Wenn Holz auf rotierende Werkzeuge trifft, sind Präzision und sichere Routinen gefragt. Die BGHM hat mit Check F!VE eine neue Präventionskampagne ins Leben gerufen, die speziell für das Arbeiten an Standardmaschinen der Holzbearbeitung entwickelt wurde. Dort, wo das Werkstück von Hand an das Werkzeug geführt wird, ereignen sich nach wie vor die meisten schweren Unfälle. Check F!VE soll helfen, das zu ändern – mit fünf klaren Regeln, die jeder und jede im Betrieb anwenden kann.

Aus Unfalldaten lernen

In der täglichen Praxis läuft vieles routiniert – doch Routine ist nicht gleich Sicherheit. Ein Griff zu viel, eine vergessene Einstellung, ein Moment der Ablenkung: Schon kann es passieren, dass ein Spaltkeil fehlt, die Schutzhaube zu hoch eingestellt ist, ein Schiebeholz nicht greifbar liegt oder ein Werkstück zurückschlägt. Eine detaillierte Analyse der BGHM zeigt: Die Mehrzahl der Unfälle an Holzbearbeitungsmaschinen ist verhaltensbedingt. Technische Mängel spielen eher eine untergeordnete Rolle.

Die häufigste Unfallursache ist die mangelhafte Vorbereitung eines Arbeitsgangs. Noch dazu stellen Standard-Holzbearbeitungsmaschinen hohe Anforderungen an die Bedienenden. Ein sicher durchführbarer Arbeitsgang hängt hier also maßgeblich davon ab, dass die Maschine sorgfältig eingerichtet wird. Fehler in dieser Phase lassen sich später nicht mehr korrigieren – das Risiko entsteht also vor dem Einschalten der Maschine.

Die fünf Regeln von Check F!VE

Check F!VE richtet sich an die Beschäftigten, die tagtäglich an Holzbearbeitungsmaschinen arbeiten. Die fünf Regeln aktivieren vorhandenes Wissen erfahrener Fachkräfte und unterstützen gleichzeitig neue Beschäftigte beim sicheren Einstieg. Check F!VE lässt sich an allen Standardmaschinen anwenden. Durch konsequente Nutzung an jeder Maschine wird daraus eine sichere Routine, die einfach, schnell und selbstverständlich funktioniert. Check F!VE ist ein Werkzeug, um Denken und Handeln dauerhaft zu verändern.

Zusammen bilden die Regeln eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, die Beschäftigte durch jeden Arbeitsgang an Holzbearbeitungsmaschinen führt – von der Vorbereitung bis zum sicheren Abschluss. Vor dem Einschalten der Maschine überprüft die Bedienperson gedanklich den Arbeitsgang anhand der Checkpunkte, die als Gedächtnisstütze fungieren. Entdeckt sie dabei Mängel in der Maschineneinstellung, sind diese zu beheben, bevor der Arbeitsgang startet. Jede der fünf Regeln repräsentiert kurz und bündig die Schutzmaßnahme für eine häufige Unfallursache: 

1. Rückschlag verhindern

Wird das Werkstück vom Werkzeug erfasst und zurückgeschleudert, kann es zu schwerwiegenden Verletzungen kommen. Ziel der ersten Regel ist es daher, Rückschläge und Verklemmen zu verhindern. Dazu gehört es, stets passende Werkzeuge mit „MAN“-Kennzeichnung zu verwenden – also jene, die sowohl für den mechanischen als auch für den manuellen Vorschub verwendet werden dürfen. Ebenso ist es wichtig, Rückschlagsicherungen wie Spaltkeile, Queranschläge oder Rückschlaggreifer zu prüfen und richtig einzustellen sowie mögliche Klemmstellen während der Bearbeitung, zum Beispiel zwischen Sägeblatt und Führungsanschlag, zu erkennen und zu beseitigen.

2. Werkstück sicher führen / positionieren 

Das Werkstück darf während der Bearbeitung keine unkontrollierten Bewegungen machen. Jedes Klemmen, Kippen oder Vibrieren des Werkstücks kann zum Abrutschen der Hände führen und erhöht damit das Risiko schwerer Verletzungen. 

Anschläge, Hilfsmittel und Vorrichtungen, wie etwa Schiebeholz, Vorschubapparat, Tischverlängerungen oder Spannvorrichtungen, können das verhindern. Wo standardmäßige Hilfsmittel nicht ausreichen, ist es Aufgabe des Betriebs, spezielle Vorrichtungen anzuschaffen oder herzustellen, um eine sichere Werkstückführung zu gewährleisten.

3. Werkzeug verdecken

Das rotierende Werkzeug selbst ist die größte Gefahrenquelle. Ziel der dritten Regel ist daher, es so weit wie möglich zu verdecken. Dafür müssen die an der Maschine vorhandenen Schutzeinrichtungen geprüft, eingestellt und konsequent genutzt werden. Für jede Maschine gibt es passende Systeme: bei Tisch- und Formatkreissägen sind es Schutzhauben, bei Tischfräsen Druck- und Schutzvorrichtungen, bei Hobelmaschinen der Brückenschutz. Wichtig ist, dass diese Einrichtungen optimal auf die Werkstückhöhe eingestellt sind. Wo der technische Standard der Maschine nicht ausreicht, kann eine zusätzliche Abdeckung oder eine eigens angefertigte Vorrichtung notwendig sein.

4. Schnittbereich meiden

Selbst bei optimalem Schutz bleibt ein Restrisiko: Überall, wo ein Werkstück durchpasst, passt auch eine Hand hinein. Umso wichtiger ist es, die Hände vom Schnittbereich so weit wie möglich fernzuhalten. 

Sichere Handpositionen, passende Griffe undSchiebehilfen sind entscheidend. Zu den Letzteren zählen zum Beispiel Griffe am Schiebeschlitten, Schiebestöcke oder Nachschiebehölzer. Wenn nötig, sind zusätzliche Haltegriffe oder Führungen anzubringen, um ausreichenden Abstand zu gewährleisten.

Gerade bei Serienarbeiten ist darauf zu achten, dass die Hand oder der Arm nicht in den Schnittbereich geraten, solange die Maschine läuft. Ein kritischer Blick auf Handposition und Bewegungsablauf kann schwere Verletzungen verhindern.

5. Sicheres Ende

Auch nach dem Arbeitsgang bleibt ein Restrisiko. Werkstücke oder Reststücke müssen sicher entnommen werden, ohne dass die Hände dem Werkzeug zu nahekommen, solange sich das Werkzeug noch dreht. Auch hier sollten die oben genannten Hilfsmittel wieder zum Einsatz kommen. Auch die Werkstückgröße spielt eine Rolle beim sicheren und kontrollierten Entfernen von der Maschine. Gegebenenfalls sind Tischverlängerungen und Verbreiterungen nötig. Besonders bei nicht-serieller Bearbeitung ist es wichtig, immer den vollständigen Stillstand des Werkzeugs abzuwarten, bevor Werkstücke entnommen werden.

Mit CHECK F!VE die Sicherheitskultur optimieren

Check F!VE ist mehr als eine Kampagne – die Regeln sind ein Werkzeug für eine Kulturveränderung. Wer alle fünf Regeln konsequent anwendet, schützt seine Hände, erkennt den Nutzen der erforderlichen Sicherheitseinrichtungen und kann weniger Geübte unterstützen. Im Idealfall führt die betriebliche Anwendung zu einem konstruktiven Austausch zwischen Mitarbeitenden und Vorgesetzten zum Thema Sicherheit an Holzbearbeitungsmaschinen.

Check F!VE enthält Schulungs- und Informationsmaterialien, um die Regeln fest im Arbeitsalltag zu verankern. Auf der Kampagnenwebseite und den Social-Media-Kanälen der BGHM finden sich Videos und Praxisbeispiele. Das Angebot wird kontinuierlich erweitert – von Aufklebern, die als Merker an Maschinen angebracht werden können, und Infoblättern über Schulungsmaterial bis hin zu kurzen Videos, die den sicheren Umgang an Maschinen veranschaulichen. Wer regelmäßig reinschaut, findet immer neue Impulse, um das Thema Sicherheit an Holzbearbeitungsmaschinen präsent zu halten.

Daniel Kaiser, BGHM